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KRITIS · Bahn

Sicherheitsarchitektur für eine Bahn-Stellwerkslandschaft

Über sechs Monate Testbetrieb an einer Stellwerkslandschaft, ohne Eingriff in den laufenden Verkehr. Ergebnis war ein Risk-Assessment mit Zonen- und Conduit-Modell statt einer Liste von Scanbefunden.

Sechs Monate Prüfung ohne Eingriff in den Verkehr Eine Pruefung, die neben dem laufenden Betrieb lief und in einem Zonen- und Conduit-Modell endete. M1 M2 M3 M4 M5 M6 PASSIVE, IN APPROVED NETWORK SEGMENTS TRAFFIC KEEPS RUNNING ZONE 1 · OFFICE ZONE 2 · CONTROL LEVEL ZONE 3 · INTERLOCKING ZONE 4 · FIELD RESULT · ZONES AND CONDUITS 6MONTHS OF TEST OPERATION 0INTERVENTIONS IN TRAFFIC RAIL · SECURITY ARCHITECTURE FOR AN INTERLOCKING LANDSCAPE

Ein Infrastrukturbetreiber wollte wissen, wie es um die Sicherheit seiner Stellwerkslandschaft steht, ohne den Verkehr zu berühren. Der Testbetrieb lief über sechs Monate parallel zum Regelbetrieb.

Projektrahmen

Auftrag, Umfang und Rahmen

Sechs Monate neben dem Fahrplan, kein einziger Eingriff in den laufenden Verkehr.

Umfeld

Eine gewachsene Stellwerkslandschaft mit Anlagen unterschiedlichen Alters, angebunden an Betriebsleitzentrale, Diagnose und Instandhaltung.

Dauer und Vorgehen

Rund sechs Monate Testbetrieb, überwiegend passiv. Aktive Anteile ausschließlich in freigegebenen Netzbereichen und in Fenstern, die sich am Fahrplan orientierten.

Ergebnisform

Ein Risk-Assessment mit Zonen- und Conduit-Modell nach IEC 62443-3-2, nicht eine Liste von Scanbefunden.

Ausgangssituation

Der Netzplan reichte als Nachweis nicht mehr

Die Anlagen waren über Jahrzehnte gewachsen, die Dokumentation entsprechend. Mit der IP-Migration und der Anbindung von Diagnose- und Instandhaltungssystemen war unklar geworden, welche Kommunikationsbeziehungen tatsächlich bestehen und wo die Grenzen zwischen den Bereichen wirklich verlaufen.

Gleichzeitig standen Nachweise an. Ein Zonenkonzept auf dem Papier beantwortet aber nicht die Frage, ob die Firewall-Regelwerke es abbilden.

Vorgehen

Sechs Monate in vier Phasen

Der lange Zeitraum ergab sich nicht aus Aufwand, sondern aus den verfügbaren Fenstern.

1

Architektur und Dokumentation

Netzpläne, Anlagendokumentation und Zonenmodelle als Ausgangspunkt, mit dem Ziel, den Soll-Zustand zu verstehen, bevor der Ist-Zustand erhoben wird.

2

Passive Kommunikationsanalyse

Mitschnitte an abgestimmten Übergängen zeigten, welche Pfade tatsächlich bestehen. Hier trennte sich Dokumentation von Realität.

3

Aktive Prüfung im Fenster

Nur in freigegebenen Bereichen, mit vorher festgelegten Abbruchkriterien und in Abstimmung mit den Betriebsverantwortlichen.

4

Zonen- und Conduit-Modell

Aus den erhobenen Pfaden entstand ein Modell, das die reale Kommunikation abbildet, samt Bewertung der Übergänge und priorisierten Maßnahmen.

Ergebnis

Was der Betreiber am Ende hatte

Ein Bild der tatsächlichen Kommunikationsbeziehungen, ein daraus abgeleitetes Zonen- und Conduit-Modell und eine nach Eintritt und Auswirkung priorisierte Maßnahmenliste. Für die Nachweisführung war entscheidend, dass die Aussagen auf Mitschnitten beruhen und nicht auf Dokumentation.

Dass über sechs Monate kein Eingriff in den Verkehr nötig war, ist dabei kein Nebenaspekt. Es war die Bedingung, unter der geprüft werden durfte.

Abgrenzung

Was nicht geprüft wurde und warum

Im Bahnumfeld entscheidet der Umfang darüber, ob überhaupt geprüft werden kann.

Keine Eingriffe in zugelassene Stände

Zugelassene Konfigurationen wurden nicht verändert. Wo eine Aussage nur durch Eingriff zu bekommen gewesen wäre, blieb sie offen oder wurde am Laboraufbau nachgestellt.

Nur freigegebene Bereiche

Aktive Anteile beschränkten sich auf vorher abgestimmte Netzbereiche. Nicht freigegebene Segmente wurden weder erreicht noch bewertet.

Fahrplan vor Projektplan

Testfenster richteten sich nach dem Betrieb. Das verlängerte die Laufzeit und war der Grund, warum der Verkehr unberührt blieb.

Übertragbarkeit

Was Sie daraus mitnehmen können

Erstens: Eine Prüfung im Bahnumfeld läuft in Sperrpausen und Wartungsfenstern. Wer das früh einplant, bekommt mehr Aussage als jemand, der auf eine Sperrpause wartet.

Zweitens: Der größte Erkenntnisgewinn kommt aus der passiven Analyse. Die reale Kommunikation weicht in gewachsenen Anlagen regelmäßig von der dokumentierten ab und das ist ohne einen einzigen aktiven Test sichtbar.

Drittens: Ein Zonen- und Conduit-Modell trägt weiter als eine Befundliste, weil es für Nachweise und für die Planung gleichermaßen taugt.

Nächster Schritt

Ein ähnliches Vorhaben?

Referenzdetails nennen wir nach Freigabe und im persönlichen Gespräch.