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Automotive

YekCar

Emulierte Steuergeräte mit CAN, UDS und Keyless, daneben Angreifer-Dashboard und IDS-Monitor im selben Aufbau.

Der Demonstrator YekCar mit Steuergeräten, CAN-Bus und OBD-II-Schnittstelle

Ein transportabler Koffer mit emulierten Steuergeräten an einem echten CAN-Bus, dem Diagnoseprotokoll UDS darüber, einem schlüssellosen Zugangssystem und zwei Erkennungskomponenten, die an ein Vehicle Security Operations Center melden. Entstanden im Forschungsprojekt FINESSE.

Das Problem

Ein Auto ist eine Rechnerplattform auf Rädern

Ein Neufahrzeug enthält heute über hundert Steuergeräte und mehrere Millionen Zeilen Code, verbunden über CAN, Automotive Ethernet, Bluetooth, WLAN und Mobilfunk. Was daraus folgt, hat 2015 der Fernzugriff auf einen fahrenden SUV gezeigt: über eine Schwachstelle im Infotainmentsystem auf den Fahrzeugbus und von dort auf sicherheitskritische Funktionen. Der Hersteller rief rund 1,4 Millionen Fahrzeuge zurück.

An einem Serienfahrzeug lässt sich das nicht üben. Die Busse sind verbaut, das Fahrzeug ist zugelassen. Die Dinge, die man tun müsste, tut man an einem fahrbereiten Auto nicht. Also haben wir die Architektur in einen Aufbau übertragen, den man öffnen, verkabeln und angreifen darf.

Der Aufbau

Was im Koffer steckt

Alles sichtbar nebeneinander: was das Fahrzeug tut, was der Angreifer tut und was die Erkennung davon mitbekommt.

CAN, UDS und Keyless

Emulierte Steuergeräte mit authentischer CAN-Kommunikation, das Diagnoseprotokoll UDS nach ISO 14229 darüber, eine OBD-II-Schnittstelle für echte Werkstattgeräte und ein schlüsselloses Zugangssystem für Aufzeichnungs- und Wiedereinspielangriffe.

Drei Ansichten gleichzeitig

Ein Fahrzeug-Dashboard mit Geschwindigkeit, Drehzahl, Temperatur, Tankfüllung und Warnleuchten. Ein Angreifer-Dashboard für Botschaftsinjektion, Geschwindigkeitsmanipulation, Hupe und Licht. Und ein IDS-Monitor, der den Busverkehr in Echtzeit auswertet und Auffälligkeiten markiert.

Fahrsituation und Funk

Eine 3D-Fahrsimulation zeigt die Auswirkung eines Eingriffs im Fahrkontext, gesteuert über einen handelsüblichen Controller. Dazu ein schlüsselloses Zugangssystem für Aufzeichnungs- und Wiedereinspielangriffe. Eine Powerstation macht den Koffer für Vorführungen autark.

Szenarien

Angriff und Erkennung im selben Bild

Automotive-Demonstrator mit CAN, UDS und Keyless Emulierte Steuergeraete an einem CAN-Bus, Diagnosezugang ueber OBD-II und ein schluesselloses System. Zwei Erkennungskomponenten melden an ein Vehicle Security Operations Center. EMULATED ECUS CAN-BUS OBD-II · UDS KEYLESS · REPLAY CAN-IDS MESSAGES UDS-IDS SESSIONS VSOC MAPPED TO TACTICS YEKCAR · CAN, UDS, KEYLESS, IDS, VSOC

Auf der Angriffsseite: Einspeisen manipulierter Botschaften auf den Bus mit direkter Wirkung auf Anzeigen und Funktionen. Strukturierter Missbrauch des Diagnoseprotokolls über Dienst-, Speicher- und Unterfunktions-Abfragen. Systematisches Fuzzing zur Suche nach unerwartetem Verhalten. Und ein Wiedereinspielangriff gegen den schlüssellosen Zugang.

Auf der Verteidigungsseite läuft parallel eine Angriffserkennung mit, die Abweichungen vom normalen Botschaftsverkehr sichtbar macht, Schwellwerte anzeigt und alles für die spätere Forensik protokolliert.

In einer Vorführung mit Kunden aus der Automobilindustrie haben wir genau diese Gleichzeitigkeit gezeigt: Eine Botschaftsinjektion manipuliert die Tachoanzeige und im selben Moment schlägt die Erkennung an und stellt die Anomalie dar. Der Lerneffekt entsteht nicht aus dem Angriff, sondern aus dem Nebeneinander.

Weiterführung

Vom Einzelfahrzeug zum Lagebild

Vehicle Security Operations Center Steuergeraete an zwei Bussen, eine Erkennungseinheit an Bord, der Uplink und die Auswertung im Betrieb. Was auffaellt, wird zur Regel und geht zurueck ins Fahrzeug. IN-VEHICLE ECUS ON THE BUS IDS UPLINK VEHICLE SOC USE CASES PER VEHICLE TYPE VEHICLE SOC · ON BOARD AND IN THE BACKEND

Ein einzelnes Fahrzeug erkennt nur, was bei ihm passiert. Interessant wird es, wenn viele Fahrzeuge melden und daraus ein Bild entsteht. Genau dafür haben wir im selben Forschungsvorhaben ein Security Operations Center für Fahrzeuge entwickelt.

Es unterscheidet sich von einem IT-SOC in dem, was es auswerten muss: Ereignisse aus Fahrzeugsystemen statt aus Servern, mit anderen Zeitverhalten und anderen Reaktionsmöglichkeiten. Zur Struktur gehören zentrale Sammlung und Korrelation, eine Auswertung nach SIEM-Prinzip und Reaktionsprozesse, die die Besonderheiten des Fahrzeugbetriebs berücksichtigen.

Weil das gängige Taktik- und Technikmodell aus der IT die Fahrzeugdomäne nicht abbildet, haben wir es dafür erweitert.

Einsatz

Wofür wir den Koffer nutzen

Für die Schulung von Sicherheitsfachleuten mit realistischen Angriffsszenarien. Für die Sensibilisierung von Entscheidungsträgern, denen ein abstraktes Risiko schwer zu vermitteln ist. Für Entwicklung und Test von Schutzkonzepten in kontrollierter Umgebung. Für Red-Blue-Übungen. Und als Bezugspunkt bei den Nachweisen, die aus den Regelungen zur Typgenehmigung und zum Umgang mit Software-Updates entstehen.

Der Aufbau wird laufend erweitert, weil sich die Fahrzeugarchitektur weiterentwickelt: Vehicle-to-Everything-Kommunikation und softwaredefinierte Fahrzeuge bringen Angriffsflächen mit, die es vor wenigen Jahren nicht gab.

Vertraut von
Nächster Schritt

Den Demonstrator im Einsatz sehen.

Wir zeigen die Anlage, die Angriffswege und was sich daran prüfen lässt.

Telefon
0231 39814905
Mo–Fr · 9–17 Uhr
E-Mail
info@yekta-it.de
PGP verfügbar
Standort
Dortmund
Ruhrallee 9 · 44139