OT Security Training: Professional und Expert
Zwei Stufen, die aufeinander aufbauen. Der Professional läuft remote oder Inhouse und übt im virtuellen Wasserwerk. Der Expert steht in Präsenz vor echten Industriesteuerungen.
Warum OT-Sicherheit eigene Trainings braucht
Eine Anlage steuert einen physischen Prozess. Sie bleibt über ihren Lebenszyklus weitgehend im selben Aufbau. Neustarts und Patches hängen an geplanten Stillständen. Wie oft die kommen, entscheidet der Prozess. Ein Teil ihrer Protokolle stammt aus der Zeit geschlossener Netze und überträgt bis heute ohne Anmeldung, etwa Modbus TCP oder klassisches S7comm. Bei OPC UA sind Authentifizierung und Verschlüsselung vorgesehen. Ob sie im konkreten Fall eingeschaltet sind, ist eine Prüffrage. Dazu hängt die Anlage inzwischen an Fernwartung, ERP und Servicelaptops.
Unsere OT-Trainings setzen genau dort an. Beide Stufen enden an einer Anlage, die über IEC 60870-5-104, IEC 61850, Modbus TCP und OPC UA kommuniziert.
Welche Stufe zu wem passt
Welche Stufe passt, hängt weniger am Titel als daran, was danach getan werden soll.
OT Security Professional, vier Tage, remote oder Inhouse, 32 Unterrichtseinheiten. Für alle, die Sicherheitsanforderungen an eine Anlage einordnen müssen. Behandelt werden die Komponenten und Protokolle einer Anlage, die Anforderungen aus IEC 62443 und NIS2 sowie Netzarchitektur und Vorfallreaktion. Geübt wird in einem virtuellen Wasserwerk, rund 40 Prozent der Zeit sind Praxisübungen. Am Ende steht eine Notfallübung mit verteilten Rollen.
OT Security Expert, drei Tage Präsenz, 24 Unterrichtseinheiten. Für alle, die Befunde selbst erzeugen und belegen müssen. Protokolle Byte für Byte, Angriffe kontrolliert durchführen, Erkennungsregeln auf den eigenen Aufzeichnungen schreiben und daran prüfen, ob sie greifen. Rund 80 Prozent des Kurses sind Praxisübungen. Am Ende stehen eine Abschlussübung und ein eigener Vorfallbericht. Der Professional ist Voraussetzung, wenn keine gleichwertige Praxiserfahrung vorliegt.
Wer welchen Weg nimmt. Führungskräfte und Einsteiger kommen mit dem Professional aus. SOC- und Leitwartenpersonal braucht beides, das Verständnis für den Prozess und die Fähigkeit, eine Regel zu schreiben und zu prüfen. Sicherheitspersonal mit OT-Auftrag steigt beim Expert ein, sobald die Grundlagen sitzen.
Der vollständige Lehrplan steht auf der jeweiligen Seite, damit er an einer Stelle gepflegt wird und nicht an zweien.
Professional und Expert
Wer eine Schulung sucht, vergleicht. Die Angaben stehen deshalb hier nebeneinander, statt über zwei Seiten verteilt.
| Professional | Expert | |
|---|---|---|
| Für wen | Wer Sicherheitsanforderungen an eine Anlage einordnen muss | Wer Befunde selbst erzeugt und belegt |
| Dauer | Vier Tage | Drei Tage |
| Unterrichtseinheiten | 32 Einheiten à 45 Minuten | 24 Einheiten à 45 Minuten |
| Format | Remote und Inhouse | Nur vor Ort |
| Praxisanteil | Rund 40 Prozent | Rund 80 Prozent |
| Geübt wird an | Einem virtuellen Wasserwerk, Notfallübung auf YekCity | Einer Anlage mit echten Industriesteuerungen, zu zweit, dazu eine eigene virtuelle Anlage je Person |
| Voraussetzung | Grundlagen in IT, Netzwerk und IT-Sicherheit. Automatisierungstechnik nicht | Professional oder gleichwertige Praxiserfahrung, Wireshark, Kommandozeile, Python auf Leseniveau |
| Gruppengröße | Acht bis zwölf Personen | Höchstens acht Personen, an einer Anlage jeweils zwei. Größere Gruppen teilen wir auf zwei Termine auf |
| Sprache | Deutsch, Englisch auf Anfrage | Deutsch, Englisch auf Anfrage |
Termine stimmen wir auf Anfrage ab, für Inhouse wie für offene Durchführungen. Sagen Sie uns Stufe, Format und Teilnehmerzahl, dann melden wir uns mit Terminen und einem Ansprechpartner.
Üben statt lernen
Ein Training vermittelt Wissen. Ob eine Mannschaft unter Zeitdruck entscheidet, zeigt sich in einer Übung. Die ist ein eigenes Format.
Die Tabletop Exercise läuft moderiert am Tisch, mit einem Szenario aus Ihrer eigenen Topologie. Die Red- und Blue-Team-Übung auf YekCity läuft an echten Steuerungen. Ein Red Team greift an, Ihr Blue Team soll erkennen und stoppen.
Für Bahn und Fahrzeug
Für Sicherheitspersonal aus der Bahn- und Schienenindustrie haben wir ein eigenes Training entwickelt, das an YekTrain arbeitet. Behandelt werden MVB und CANopen, gefälschte Telegramme, Angriffserkennung auf dem Fahrzeugbus und der Aufbau eines Rail SOC.
Für das Fahrzeugumfeld läuft das entsprechende Format an YekCar mit CAN, Diagnose über UDS und Keyless-Systemen. Krisenübungen für Versorger und Kommunen laufen an YekCity. Alle drei Aufbauten stammen aus unserer Forschung und arbeiten mit echter Technik.
Häufige Fragen zu OT-Trainings
Für den Professional setzen wir Grundlagen in IT, Netzwerk und IT-Sicherheit voraus, Automatisierungstechnik dagegen nicht. Für den Expert kommt der Professional oder gleichwertige Praxiserfahrung dazu.
Schulen ja, angreifen nein. Die Übungen laufen an der Laboranlage oder an unseren Aufbauten im Labor. In der Produktivanlage arbeiten wir passiv und im abgestimmten Fenster.
Beim Expert höchstens acht Personen, an einer Anlage arbeiten jeweils zwei. Größere Gruppen teilen wir auf zwei Termine auf. Beim Professional acht bis zwölf.
Sie bekommen eine Teilnahmebescheinigung von Yekta IT, kein Zertifikat einer akkreditierten Stelle. Sie weist Umfang und Inhalte aus, beim Professional dazu die Notfallübung, beim Expert die Abschlussübung und den eigenen Vorfallbericht. In der Praxis wird die Bescheinigung als Nachweis regelmäßiger Schulung geführt. Ob sie im Einzelfall genügt, entscheidet Ihre Aufsicht.
Der Aufwand hängt an vier Dingen. An der Stufe, an der Zahl der Personen und daran, ob Sie Inhouse buchen oder Plätze in einem offenen Termin nehmen. Dazu daran, wie stark die Inhalte auf Ihre Anlage zugeschnitten werden. Nach einem kurzen Gespräch liegt ein Angebot vor, zusammen mit den nächsten Terminen und einem Ansprechpartner.
Zertifizierungen und Mitgliedschaften.
Sprechen Sie mit uns.
Ein erstes Gespräch dauert in der Regel 30 Minuten. Wir schauen uns Ihre Ausgangslage an und sagen offen, ob wir der passende Partner sind.